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Ich empfehle den Sprung ins kalte Wasser weiter…

Österreichische Tänzerin

Im Übergang vom Sommer in den Herbst, in den Monaten August bis September, bin ich mit einer Gruppe junger TänzerInnen und ChoreographInnen in der Ukraine. Grund dafür ist das Projekt ARTIL – ein Residency und Fortbildungsprogramm.

Die Arbeiten werden danach in mehreren Städten in der Ukraine, Österreich und Polen aufgeführt.Zum ersten Mal findet dieses Format grenzüberschreitend statt. Teilnehmende Länder sind Österreich, Polen und die Ukraine. Der Fokus liegt auf einem intensiven kulturellen, sozialen und künstlerischen Austausch der TeilnehmerInnen.

Während dieser Zeit werde ich mit unterschiedlichen Arbeitsprozessen vertraut gemacht und kann gleichzeitig Einblicke und Erfahrungen in einem Land sammeln, dass mir davor sehr fremd war. Meine Eindrücke sind auf einen kurzen Zeitraum begrenzt, anstatt eines voreiligen Urteils, hier ein paar Erfahrungen:

Schon bei meiner Ankunft merke ich, die Sprache ist eine große Barriere. Nicht nur bei alltäglichen Begegnungen, oder Auskunft, auch in der Artil Gruppe schafft es eine gewisse Distanz zwischen den Teilnehmer*innen. Ich führe es auf eine schüchterne Reaktion zurück, da der Großteil der Bevölkerung nicht oder kaum Englisch spricht. Im Kaffeehaus bestelle ich Wasser zu meinem Kaffee und bekomme Milch. Im Post Office zeichne ich Briefmarke und Kuvert auf Blatt Papier um mich zu verständigen. Diese Liste könnte noch lange so weiter gehen, im Nachhinein kann ich darüber schmunzeln.

Abgesehen von Herausforderungen im Alltag, braucht es auch Zeit als Gruppe zusammen zu wachsen. Wir sind in sehr unterschiedlichen Umgebungen aufgewachsen und Selbstverständlichkeiten brauchen Wege der Geduld. Da wir in diesem Zeitraum von zwei Monaten auch zusammen wohnen, merke ich aber wie das Eis schnell bricht und andererseits gibt es kaum eine Minute um Abstand von der Arbeit zu nehmen.

Ich kann unheimlich viel von dieser Zeit mitnehmen und empfehle den Sprung ins kalte Wasser weiter.

Das Projekt hat großes Potenzial speziell in der Ukraine auf Performance Art aufmerksam zu machen und das Spektrum an Möglichkeiten einem Publikum näher zu bringen.